Imago in der Paarberatung

Die Imago-Methode geht davon aus, dass in unserer Partnerwahl die Sehnsucht nach Heilung und Entwicklung unserer Persönlichkeit eine große Rolle spielt. Wir verlieben uns in einen Menschen, der die Eigenschaften unserer wichtigsten Bezugspersonen aufweist, also unserem Imago entspricht, in der Hoffnung von diesem das zu bekommen, was wir von unseren Eltern in unserer Kindheit nicht bekommen haben. In Wirklichkeit wählen wir jedoch eine Person aus, die aufgrund ihrer eigenen Lebensgeschichte nicht in der Lage ist, uns das zu geben, was wir brauchen. Und dann, wenn nach ungefähr ein bis zwei Jahren die Verliebtheitsphase nachlässt, beginnt die Phase des Machtkampfes. Wir erkennen, dass sich unsere unbewusste Hoffnung auf Erfüllung unserer offenen Entwicklungsbedürfnisse nicht erfüllt. Aus diesem Grund reagieren wir frustriert und enttäuscht und reagieren mit den Schutzmustern, die wir als Kinder gelernt haben. Und das führt zu Konflikten oder Enttäuschungen. Es scheint, dass unser Partner der falsche für uns ist. Doch in Wirklichkeit ist er der Richtige! Wir suchen uns nämlich unbewusst den Partner aus, mit dem wir unsere kindlichen Verletzungen wiederholen. Denn nur, wenn wir unsere kindlichen Verletzungen wiederholen, können wir sie auch eines Tages gemeinsam mit dem Partner überwinden.
Konflikte in der Partnerschaft sind also ein Zeichen dafür, dass sich Menschen in Ihrer Beziehung weiterentwickeln wollen. Sie bieten eine Chance zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung.

Wie kann Imago in der Paarberatung helfen?

Das Ziel von Imago ist es, dass beide Partner lernen, einander das zu geben, was der andere jeweils braucht und sich beim Geben weiterzuentwickeln. Und das funktioniert, wenn wir die Art der Kommunikation und der Begegnung miteinander verändern. Dieser Weg ist nicht einfach, weil es eine ehrliche Auseinandersetzung mit unbewussten und alten Ängste aus der frühen Kindheit erfordert. Aber er führt dazu, dass jeder seine Bedürfnisse und Sehnsüchte erfüllt bekommt.